• Danger

Das Narrativ – Part 1

Aktualisiert: 13. Mai


WICHTIGE INFO: Leider muss ich die Idee der fortlaufenden Geschichte bis auf weiteres einstellen, da ich schlicht zu wenig Zeit habe bzw. viel andere Projekte darauf warten, umgesetzt zu werden. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – Vielleicht ergibt sich doch mal wieder eine Fortsetzung. ^^

 

DAS NARRATIV – PART 1

Noch bevor die Morgendämmerung anbrach, vernahm Danger die ersten Geräusche.

Vom Fuss des Baumes klang es klagend und schmerzerfüllt aus den untoten Leibern, welche versuchten, hinauf zum Baumhaus zu gelangen. Ein Glück, dass sich der Aufzug oben beim Baumhaus befand und gut arretiert war.

»So einfach kriegt ihr uns nicht«, rief Danger in die Dunkelheit hinunter. »Sorson, schnapp dir den grossen Drachen und greife die Biester von der Luft aus an – Ich werde hier die Stellung halten«.

»Mach ich, Dad«, rief Sorson Danger zu – war aber bereits auf dem Weg in die Baumkronen, wo sich der Schlafplatz des riesigen Drachen befand.

»Komm, mein Grosser. Aufstehen!«, bat Sorson den Drachen. »Es gibt Ärger mit den Untoten.«

Sorson schwang sich auf das Ungetüm, welches sogleich mit einem grossen Satz von den Baumkronen sprang und sich mit Sorson auf dem Buckel in die tiefe Nacht fallen liess. Einen Augenblick später spie der Drache einen gewaltigen Feuerstoss gen Boden und erhellte die Nacht derart, dass seine Augen sofort zu brennen und zu tränen anfingen.

»Zombies, Dad! Überall Zombies! Und sie haben den Riesen-Ork-Zombie dabei!« brüllte Sorson mit maximaler Lautstärke besorgt zu seinem Dad. »Er klettert den Baum hinauf und ist schon fast beim Plateau angelangt! Daaad!«

»So ein Mist«, klagte Danger. »Nicht auch noch der Riesen-Ork-Zombie.«

Danger ging ins Baumhaus hinein und nahm die grosse zweischneidige Streitaxt von der Wand, welche normalerweise nur als Wanddekoration oberhalb des Kamins hing. »Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich so bald wieder benötige«, sprach Danger und fuhr mit der flachen Hand über das polierte Blatt der Axt. Einige Sekunden verstrichen – Danger hielt inne.

Dann umfasste er das Griffstück fest mit beiden Händen und wurde eins mit der Axt, drehte sich um und rannte los in Richtung Plateau. Genau in diesem Augenblick flog Sorson mit dem Drachen über das Baumhaus und ließ ihn Feuer in die Luft spucken. Sofort enthüllte das Licht der Flammen den Riesen-Ork-Zombie – Er war nur noch etwa 10 Meter vom Baumhaus entfernt. Mit bestimmten Schritten rannte Danger unerschrocken über das Plateau, sprang mit einem grossen Satz über die Brüstung und flog dem Riesen-Ork-Zombie direkt entgegen. Während des Fluges schwang er die riesengrosse Axt genau in Richtung des Monsters und schrie lauthals »AAAARGH! NIMM DAS DU SCHEUSSLICHES – «…





»Chrrrrschshshshsh«, klang es aus der Küche. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee lag in der Luft. Danger, welcher eben noch gedanklich fantasierend aus dem Fenster hinaus in die dunkle Nacht gestarrt hatte, nahm Notiz von den Geräuschen des Kaffeekochers, welche entstehen, wenn die letzten Tropfen durch den Filter gepresst werden. Er schlurfte gemütlich in die Küche, goss sich den Kaffee in seine Lieblings-Tasse und setzte sich noch für einen Moment an das Küchentischchen.





Er blickte auf die Uhr: 4:45 Uhr. »Perfekt«, sprach Danger mit leisem Ton, »Noch fünf Extra-Minuten vollkommene Ruhe!«

Mit dem letzten Schluck Kaffee machte er sich auf zu seiner morgendlichen Jogging-Tour. Noch schnell einen Blick in das Zimmer von Sorson geworfen: Alles ruhig – wie immer. Für den Fall, dass Sorson aufwachen und seinen Dad suchen sollte, während dieser Joggen ist, hatte Danger einen Knopf für Sorson gebaut. Dieser sendete einen Rufton an das Mobiltelefon von Danger. Benutzt hatte ihn Sorson jedoch noch nie, da er ein wunderbarer Schläfer war.

Nach einem wunderbaren Run durch die dunkeln Gärten von Brem und einer erfrischenden Dusche, zeigte die Uhr nun genau 6 Uhr an. Zeit genug, um schnell noch die eine oder andere Mail zu beantworten.

»Verflixt! 6:45 Uhr – schon wieder die Zeit vergessen«, maulte Dan leise vor sich hin. Schnell huschte er ins Zimmer von Sorson, öffnete leise die Fenster und die dazugehörigen Fensterläden. Sowohl frische Luft aus dem Wald als auch wunderschönes, sanftes Licht erfüllten Sorsons Zimmer.

»Dad–«, ein schmatzendes Geräusch drang unter der Bettdecke hervor, »Sorson kann leider noch nicht aufstehen… zu müde!«

Auch wenn Danger diesen Satz eigentlich jeden Morgen hörte, musste er jedes Mal wieder schmunzeln. Die Dramatik in der Äusserung konnte mit Worten alleine nicht beschrieben werden. Es klang fast so, als würde es um Leben und Tod gehen.

»Guten Morgen, kleiner Sorson. Hast du gut geschlafen?« fragt Danger mit leiser Stimme.

Es herrschte Stille. Nur Fufu war bereits wach und schwebte gemütlich aus dem Fenster hinaus in die Frische des Morgens – So wie er das jeden Morgen machte.

»Okay, noch fünf Minuten. Dann aber direkt an den Frühstückstisch, Okay?«

»Grmphkd!«

»Das deute ich mal als ein Ja«, sagte Danger vergnügt.



Nach einem ordentlichen Frühstück machten sich Danger und Sorson mit Fufu zu Fuss auf den Weg zum Werkzeugladen in der Oberstadt.

»Dad, was machen wir heute?«, fragte Sorson.

»Nun, es sieht leider so aus, als müssten wir in die Unterstadt«, sagte Danger.

»In die Unterstadt? Ohne Kohl?«, fragte Sorson weiter.

»Ganz ohne Kohl! Wir gehen nachher gleich los«, erklärte Danger.

»Juhuuu! Die Unterstadt! Sorson liebt die Unterstadt… Was gibt es denn zu tun, Dad?«

»Die Steamer brauchen mal wieder Ersatzteile für das Dampfkraftwerk. Ein Glück, dass wir diese feinen Gentlemen zu unseren Kunden zählen dürfen – Ihnen verdanken wir mindestens 40 Prozent unseres Umsatzes!«

»Ist das viel?« wunderte sich Sorson.

»Nun ja, das ist beinahe die Hälfte, Kleiner« erklärte Danger.

Sorson dachte über Dangers Aussage nach. Immer wenn er das tat, bewegten sich seine Lippen, als würde er sprechen – was er aber nicht tat. Ausserdem rümpfte er manchmal seine Nase, als würden sich seine Gedanken ab und an widersprechen – ein bezaubernder Anblick.

»Als Dank werde ich für die Steamer eine Zeichnung machen«, sagte Sorson bestimmt.

»Eine tolle Idee«, sagte Danger, »Du kannst ja eine im Lastenaufzug malen?«

Sorson war sichtlich begeistert von der Idee. Gleich als sie beim Werkzeugladen ankamen, packte er einen Malblock samt Stiften in seine kleine Umhängetasche, während sein Dad hinten im Lager die benötigten Teile für die Steamer rauskramte und schnell hinsichtlich ihrer Funktionalität prüfte. Die ganzen Ventile, Schrauben und Schalter in den Rucksack gepackt und die Werkzeugtasche umgeschnallt – Fertig.

Vom Werkzeugladen bis zum Bahnhof, wo sich auch die grossen Lastenaufzüge befanden, waren es nur etwa 10 Minuten zu Fuss. Mit Sorson und Fufu im Schlepptau benötigte man jedoch meist doppelt so lange, da die beiden jedes Tierchen, Pflänzchen und Steinchen betrachten und studieren mussten. Danger berücksichtigte diese Zeit in der Planung jedoch immer, damit keine Eile entstand. Es war sogar so, dass Danger diese Art des gelassenen Spazierens zu schätzen gelernt hatte.



»Es ist erstaunlich, wie viele Dinge einen umgeben, welche wir Erwachsenen verlernt haben, wahrzunehmen!«, hatte Danger einst etwas beschämt zu Sorson gesagt.

Das ist wohl wahr. Manchmal sind eben die Kinder die Lehrenden und die Erwachsenen die Schüler – vermutlich öfter als man denkt!

»Da sind wir – und die nächste Fahrt in die Unterstadt startet in 7 Minuten. Perfekt!« sagte Danger und lief mit Sorson und Fufu hinein in den Bahnhof und direkt zum Schalter.

»Guten Morgen, Mrs. Maple«, sagte Sorson und winkte ihr zu.

»Hallo, mein Kleiner Sorson«, antwortete sie mit freudig klingender Stimme. »Gibt es mal wieder was in der Unterstadt zu tun?«

»Hallo Maggie – So ist es«, sagte Danger, »Ein Ticket für den Lastenaufzug, Bitte. Und–«, Danger neigte sich zu Mrs. Maple und sprach leise, »Hast du noch so ein Kinder-Bahn-Ticket für Sorson?«

Mrs. Maple zwinkerte Danger zu, nickte kurz und blickte dann konzentriert in den Computer neben ihr, drückte ein paar Knöpfe und summte währenddessen immer fröhlich vor sich hin, so wie sie es immer tat.

»So, Männer… Ich hab’ es: Eine Tageskarte für Danger und für Sorson das Spezialticket mit fünf Fahrten darauf.«, sagte Mrs. Maple und lehnte sich aus dem Fenster des Schalters, um Sorson sein Ticket persönlich zu geben. Sorson war derart verlegen, dass er sich zuerst nicht traute, sich zu bedanken, und sich stattdessen hinter Danger versteckte.

Er inspizierte das farbenfroh gestaltete Ticket: Neben den noch leeren Zeilen für den Datums- und Zeitstempel entdeckte er ein comicartiges Bild, welches einen Zug mit einem fahrenden Tierchen darauf zeigte. Sein breites Lächeln verriet seine Freude.

»Danke, Mrs. Maple«, klang es verlegen aber sehr dankbar und total ernst gemeint hinter Dangers einem Hosenbein hervor.

»Sehr gerne, kleiner Mann. Bis bald wieder und gute Fahrt mit dem Lastenaufzug!«, verabschiedete sich Mrs. Maple wie immer freundlich.

»Vielen Dank, Maggie. Geniesse den schönen Tag hier oben, während wir in der Unterstadt am Werkeln sind.«



Die drei machten sich sofort auf den Weg, da die nächste Fahrt schon in zwei Minuten startete.

»Kommt, Leute. Das schaffen wir noch«, sprach Danger hastig, aber zuversichtlich. Noch schnell die breite Treppe hinunter und schon standen sie vor der Tür des riesigen Lastenaufzugs. Der Aufzugführer bat die drei, sich unverzüglich in die Kabine zu begeben, falls sie mitfahren wollten. Danger nickte dem Führer nickend zu.

»Aber klar doch! Los, Männer – Einmal Unterstadt!«, sprach Danger mit heroischem Ton.

Kaum hatten sie in den letzten freien Stühlen der Kabine Platz genommen, schloss der Lastenführer die schwere Schiebetür und bestätigte in den Telefonhörer, welcher sich in einem Kasten innerhalb des Aufzugs befand, dass sie bereit für die Fahrt seien.

»Ich bestätige ebenfalls: Unsere Kabine ist geschlossen und gesichert. Los geht`s!«, schallte es klirrend aus der Ohrmuschel des Telefonhörers.

Die Worte waren noch nicht ganz verklungen, da ertönte bereits das Horn ganz im industriellen Stil und signalisierte den Start der Fahrt, gefolgt von den Geräuschen eines beschleunigenden Motors und eines schaltenden Getriebes. Gemächlich und fast nicht spürbar nahm der Lastenaufzug Fahrt auf. Insgesamt waren sie 10 Minuten unterwegs und legten in dieser Zeit eine Strecke von 700 Meter zurück. Die Kabine war dreistöckig und bot Platz für 250 Personen.

»Zeit für die Zeichnung, Dad. Darf ich deine Werkzeugtasche als Unterlage benutzen?«, fragte Sorson und zog an der Tasche.

»Klar – Wenn ich während der Fahrt ein Nickerchen machen darf?«, schlug Danger vergnügt vor und ergänzte: »So ein kraftspendendes Power-Schläfchen ist nicht zu verachten!«

Doch eine Antwort blieb aus, da Sorson bereits angefangen hatte zu kritzeln und Fufu es sich auf einer Ablage gemütlich gemacht hatte. Das monotone Geräusch von Graphit auf Papier, welches beim Zeichnen entsteht, liess Danger innerhalb von Sekunden einschlafen…

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